Pellkartoffeln zu Saltimbocca? Kann man machen, ist aber so passend wie Spaghetti zu Spargel 😀 . Dann drücken wir die Kartoffeln doch lieber durch eine Kartoffelpresse und basteln uns mit ein paar anderen Zutaten italienische Gnocchi in Salbei-/Nussbutter.

Bisher dachte ich immer, dass die im Plastikbeutel eingepferchten Dinger aus dem Supermarkt vollkommen ausreichen. 2 Minuten ins heiße Wasser und fertig ist Italien. Von wegen. Mit diesem Rezept werdet Ihr den himmelweiten Unterschied zwischen den recht harten Gummiknubbeln aus dem Kühlregal und handgemachten Gnocchi schnell feststellen! Der Aufwand hält sich in Grenzen.

Kleine Vorbemerkung zu dem italienischen Hartweizengrießmehl: Das italienische „Semola di gran duro“ ist hier in Deutschland relativ schwierig zu bekommen (guter Überblick und Unterschiede von Hartweizengrieß). „De Cecco“ ist eine bekannte Marke, die man manchmal findet. Bei Amazon habe ich allerdings Preise von bis zu unfassbaren 10,-€ pro Kilo gefunden! Da ich dieses Mehl auch für selbstgemachte Pasta benötige, habe ich lange gesucht und bin fündig geworden. Bei dem Spezialitäten-Versand „Gustini“ bekommt man das Mehl von der italienischen Marke „Caputo“ für 2,49€ pro Kilo. Den Mindestbestellwert erreicht man mit ein paar Päckchen und vielleicht noch anderen Leckereien schnell und die Versandkkosten entfallen (ich bekomme für diesen Tipp keine Provision!). Wenn Euch das zu kompliziert/teuer ist, dann mischt einfach normales Weizenmehl (Typ 405) mit deutschem Hartweizengrieß im Verhältnis 50:50. Das funktioniert auch.

Rezept Gnocchi in Salbei-/Nussbutter

6-7 Personen (als Beilage)

Zutaten:

800 gr vorwiegend festkochende Kartoffeln
300 gr italienisches Hartweizengrießmehl
1 Ei (M)
Salz
Pfeffer
Muskat
80 gr Butter
20 Salbeiblätter
Parmesan Käse am Stück

Zubereitung:

  1. Kartoffeln in kochend heißem Salzwasser in ca. 20-30 Minuten weich kochen (mit einem kleinen Metallspießchen checken)
  2. Die Zwischenzeit könnt Ihr nutzen und eine Handvoll Parmesan grob hobeln und beiseite stellen.
  3. Wenn die Kartoffeln weich sind schüttet Ihr das Wasser ab und pellt die Kartoffeln.
  4. Dann werden die Kartoffeln in 3 bis 4 Portionen durch die Presse zum bereits abgewogenen Hartweizengrießmehl gepresst.
  5. Das Ei, einen TL Salz, eine Runde Pfeffer und eine Runde gemahlene Muskatnuss hinzugeben.
  6. Dann vermengt Ihr die Zutaten mit den Händen zu einem homogenen Teig. Sollte er zu feucht sein und kleben einfach noch etwas Mehl hinzugeben.
  7. Auf einer bemehlten Arbeitsplatte formt Ihr kleine Rollen von ca. 1,5 cm Durchmesser und schneidet dann Stücke von je ca. 1 cm ab.
  8. Sofern Euch das bekannte Gnocchi Riffelmuster wichtig ist, dann könnt Ihr dieses mit einer bemehlten Gabel „eingravieren“.
  9. Die Gnocchi lasst Ihr ca. eine Stunde auf der bemehlten Arbeitsfläche oder einem bemehlten Geschirrtuch antrocknen.
  10. In der Zwischenzeit bereitet Ihr schonmal die Nussbutter zu. Hierzu die Butter in einem Stahltopf bei voller Hitze und ständigem Rühren mit dem Schneebesen so lange kochen bis die Butter erst klar wird und dann leicht braun wird. Die Molke trennt sich vom Milchzucker, der karamelisiert und braun wird. Dann die Butter sofort in ein kaltes Gefäß gießen, da sie sonst im immer noch heißen Topf verbrennt. Leicht braun duftet sie lecker nussig – daher der Name „Nussbutter“.
  11. Nach der Trockenzeit schmeißt Ihr die Gnocchi portionsweise in einen großen Topf mit leicht kochendem Salzwasser. Nach 5 Minuten schwimmen alle an der Wasseroberfläche, und Ihr könnt sie mit einer Schaumkelle aus dem Wasser holen.
  12. Die Nussbutter köchelt Ihr zusammen mit den Salbeiblättern bei nicht allzu großer Hitze bevor Ihr die Gnocchi in die Pfanne gebt.
  13. Dann die Gnocchi hinzugeben und 2-3 Minuten durch die warme Butter schwenken und etwas ziehen lassen.
  14. Die Salbeiblätter ggf. entfernen (ist geschmacklich nicht jedermanns Sache, auf ein Salbeiblatt zu beißen), die Gnocchi mit dem vorbereiteten Parmesan bestreuen und servieren.