„Backen ist nicht Kochen“!

Tim Mälzer und auch viele andere Spitzenköche haben diese Aussage immer wieder gemacht (z.B. bei Kitchen Impossible, The Taste etc.). Ich saß vor dem TV und dachte: Was für Pussies 😉 und backte am nächsten Tag direkt mal meine leckeren Quarkbrötchen, um mir zu beweisen, dass man selbstverständlich kochen UND backen kann.

Grundsätzlich ist die Aussage natürlich korrekt. Allerdings amüsierte mich der Horror in den Augen dieser fähigen Köche, sobald das Thema „Backen“ auf die Agenda kam. Was ist aber der so gefürchtete Unterschied zwischen Backen und Kochen?

Kurz nachdem ich mit dem Kochen begonnen hatte, interessierte mich als Fan der süßen Seite natürlich auch sofort das Backen. Nach den ersten Fehlern, die man beim Backen einfach machen muss (z.B. schön das Küchenfenster auf zum Lüften in der Ruhephase vom Hefeteig!), kann ich heute durchaus erfolgreich von meiner Hobbybäckerlaufbahn berichten. Ob ein knuspriges Dinkelbrot, eine fluffige Biskuittorte oder eine italienische Focaccia – mir gelingt (fast) alles und ich backe mindestens so gerne wie ich koche (zum Leidwesen meiner bereits auf der Homepage erwähnten Personenwaage)! 😀

Ein maßgeblicher Unterschied zwischen Backen und Kochen ist mir aber dann doch aufgefallen. Die Fehlertoleranz beim Backen ist sehr viel geringer als beim Kochen. Wenn in die Bratensauce ein Teelöffel zuviel Salz rutscht, dann kann man das neutralisieren und den Fehler beheben. Beim Hefeteig ist es aber direkt das „Aus“ wenn man die Hefe in zu heißer Milch auflöst, Zucker mit Salz verwechselt oder den Ruheort am zugigen Küchenfenster bei 10 Grad Celsius wählt. Wenn die Tortencreme nicht steif wird, dann macht man daraus besser eine Quarkspeise als eine Torte usw…

Trotzdem finde ich den zu großen Respekt vor dem Backen nicht angebracht. Anders sieht es allerdings in dem Bereich Patisserie aus. Dort ist die Fehlertoleranz noch geringer und ein Gramm ist ein Gramm – nicht mehr und nicht weniger. Nicht umsonst haben sehr gute Restaurants einen eigenen Pattissier. In Deutschland ist dies ein eigenständiges Berufsbild und nicht nur eine Spezialisierung im Anschluss an die Ausbildung zum Koch (z.B. in der Schweiz). Von dieser hohen Kunst werde dann sogar ich die Finger lassen. Die kleinen Törtchen sind ja auch Kunstwerke, die zum Essen viel zu schade sind.

Fazit: Backen ist wie Kochen! Mit etwas Übung wechselt man problemlos zwischen Kochlöffel und Schneebesen!

Wie sind Eure Erfahrungen? Hinterlasst unten doch einen kleinen Kommentar.

Focaccia
Erdbeertorte
Brot